Bangalore-Bonn ein Jahr: Juli

Beitragsbild Würtz Media Corona-Roman Bangalore Bonn ein Jahr Monat Juli

Am 11. des Monats wurde mir hier in Bonn klar, dass uns das Coronavirus ein Schnippchen geschlagen hat. Per Messenger erhalte ich nun in regelmäßigen Abständen Nachrichten von euch in Bangalore. Hier scheint die Sonne und der Sommer nimmt langsam, aber sicher richtig Fahrt auf. Über eure Stadt rollt nun eine zweite Welle und die Infiziertenzahlen steigen.

Vielleicht erinnerst du dich noch daran: Ich habe euch bei meinem letzten Besuch erzählt, dass ich sonntags kurz nach dem Abendessen häufiger eine Sendung namens Weltspiegel anschaue. Immer wenn ich die Reportagen aus dem Ausland sehe, muss ich an euch denken. Bitte frage nicht warum, ich habe keine Antwort darauf. Ich habe auf so viele Fragen keine Antwort gefunden und wahrscheinlich wird dies auch so bleiben.

Zwischen unseren Städten Bangalore und Bonn ist manchmal Platz für mindestens zehn Universen dazwischen und dann schrumpft das Vakuum in Sekundenschnelle zu einem lebendigem Kaleidoskop der Erinnerungen und Pläne.

Wie wäre das wohl gewesen, wenn ich Anfang des Jahres durch einen Lockdown hätte bei euch bleiben müssen? Ich frage mich das ernsthaft und muss etwas schmunzeln bei diesem Gedanken. Gefangen in Bangalore? Wäre ich gefangen gewesen? Vielleicht im Lauf der Zeit.